Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon Kashi » 29. Sep 2009 10:29

Hallo Apis,

Aber das Thema blitzt gelegentlich noch deutlich auf. Speziell das von morgane gerade nochmals aufgeworfene Begriffspaar 'glauben - wissen' finde ich sehr passend zum Thema. Beide Begriffe können zur 'Überzeugung' führen


Genau diesen Aspekt finde ich auch spannend (wäre fast ein eigenes Thema wert).

Ich habe nach Morganes Antwort auf mein Posting gemerkt, daß sie eine andere Defintion von Wissen hat als ich (und meine ist wiederum anders als Tobis, zumindest wenn es um den Gegensatz zum Glauben geht). Ich sollte für das, was ich mit "Wissen" meinte wohl eher den Begriff der Gewissheit wählen, im Sinne eines untrüglichen inneren Wissens, was sich auf persönliche Erfahrung stützt und für einen selbst bar jeden Zweifels ist, auch wenn andere das in der Folge anzweifeln mögen, insbesondere, wenn die persönliche Erfahrung schwer kommunizierbar und beschreibbar ist. Beispiel: erleuchtungsähnliche oder überpersönliche Erfahrungen. Aber auch eine solche "Wahrheit" der Erfahrung durchläuft ja anschließend den Filter der subjektiven Interpretation und Bedeutungsgebung und ab diesem Punkt entsteht wieder die Möglichkeit der Verzerrung, z.B. wenn das ganze in einen bestimmten Glaubenskontext gestellt wird, der ja individuell sehr unterschiedlich sein kann und somit relativ ist.

Dann habe ich mir gestern nochmals einige Interviewausschnitte von Fritz Simon (einem von mir sehr geschätzten Systemtheoretiker und Konstruktivisten) angeschaut zum Thema Wissen und Nichtwissen (hier geht es allerdings eher um das "äußere" als das "innere" Wissen" im Sinne des Lernens)

Nichtwissen und Desorganisation:
http://www.youtube.com/watch?v=dDwpEijT ... re=channel

Heldenmythos Wissen:
http://www.youtube.com/watch?v=GrqC6j5Q ... re=channel

Wissen und Lernen:
http://www.youtube.com/watch?v=sqnyqNvSvoY

Über Irritationen:
http://www.youtube.com/watch?v=zJwXT1WN ... re=channel

Gefällt mir sehr gut.

Liebe Grüße

Kashi (die jetzt möglicherweise gänzlich in OT-Gefilde entfleucht :wink: )
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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon Apis » 29. Sep 2009 10:47

Kashi hat geschrieben:
Apis hat geschrieben:Aber das Thema blitzt gelegentlich noch deutlich auf. Speziell das von morgane gerade nochmals aufgeworfene Begriffspaar 'glauben - wissen' finde ich sehr passend zum Thema. Beide Begriffe können zur 'Überzeugung' führen

Genau diesen Aspekt finde ich auch spannend (wäre fast ein eigenes Thema wert).

Ja, sehr spannend, "Was ist Wissen?" :mrgreen: "Lernen" ist es nicht, und "Glauben" auch nicht.
Verrückt wird es, wenn man glaubt, etwas zu wissen, andere es aber besser wissen. :groehl

Und wenn man etwas nicht weiß, d.h. sich irrt.
Vermutlich beharrt Tobias deswegen so auf seiner Grundforderung, dass man sich irren könne.
Womöglich führt mich solch ein Thema auch näher an die Frage des Bewußtseins heran :idea:


(die jetzt möglicherweise gänzlich in OT-Gefilde entfleucht :wink: )

Also, wenn ich das jetzt schon mal lockerer sehe, dann soll wenigstens etwas tolles dabei herauskommen.
Also, mach' weiter, hör nicht auf, weiter, jaaaaa :groehl

Liebesgrüße
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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon morgane » 29. Sep 2009 13:33

@apis: danke für das zitat. Das hab ich sogar beantwortet, na ja, alzi schlägt zu.......
Tobis grundforderung des irrtums finde ich natürlich völlig richtig. ICH kann mich sehr leicht irren, weil ich ja nicht die gleiche perspektive habe, wie z.b. seth o.ä. Deshalb vertraue ich der größeren perspektive, wobei natürlich auch dort gewisse irrtümer vorkommen können. Aber sicher nicht im kernthema: *was ist realität, und wer sind wir?*

@kashi: deine definition von wissen ist mir sehr nahe, auch wenn sie von vielen vielleicht ins glaubenseck gestellt wird.

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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon Kashi » 29. Sep 2009 14:04

Hallo Morgane,

kashi: deine definition von wissen ist mir sehr nahe, auch wenn sie von vielen vielleicht ins glaubenseck gestellt wird.


Ich denke, ich werde künftig lieber den Begriff der "Gewissheit" dafür verwenden, um nicht mit dem Begriff des "Wissens" wie er in anderen Zusamenhängen auch völlig korrekt und legitim (im Sinne des Lernens, der Bildung, der Wissenschaft etc.) verwendet wird durcheinander zu geraten.
Gewissheit ist für mich das, was z.B. einen Mystiker ausmacht. Er hat eine Erfahrung und aus dieser Erfahrung schöpft er Gewissheit, er braucht nicht glauben, weil er die Gewissheit einer Erfahrung hat.

In diesem Sinne ist für mich Glauben das Gegenteil von Gewissheit, das, dessen ich mir gewiss bin, brauch ich nicht glauben. Glaube impliziert für mich immer auch Zweifel, ich kann zwar etwas glauben, aber ich weiß es nicht und es könnte ebensogut ganz anders sein. Insofern kann sich Glaube immer nur auf etwas beziehen, was weder gewußt noch erfahren oder erlebt wurde.

Überzeugung ist wieder etwas anderes, darin steckt einerseits mehr Sicherheit und Festigkeit als im Glauben, nichtsdestotrotz finde ich es wichtig, auch immer wieder in der Lage zu sein, Überzeugungen zu prüfen, ggf. zu verwerfen und beizeiten zu erneuern oder zu erweitern.

Liebe Grüße

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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon morgane » 29. Sep 2009 16:40

Ja, gewissheit finde ich passend. Bestimmte begriffe, wie z.b. glaube sind durch den christlich - religiösen gebrauch geprägt. Da die christlichen kirchen einen schöpfergott haben, der von außen seine welt am laufen hält (ausgenommen die christl. mystiker), an den man glauben muss, und der durch einen priester vermittelt wird, ist das wort glauben natürlich auch dadurch vorbelastet.

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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon Apis » 22. Jul 2010 14:22

Ah,

jetzt hatte ich eben eine Idee, warum mir das Wort "Glaubenssatz" irgendwie nicht richtig gefallen mag,
und ich das Wort "Überzeugung" passender fand:

Es ist das alte Sprichwort: Glaube heißt nicht wissen.

Die überzeugte Sicherheit wird hier zur zweifelnden Unsicherheit, und das ist zu wenig. :idea:

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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon Lane » 22. Jul 2010 15:33

Ja, Apis,

das sehe ich auch so. Glaubenssatz trifft es nicht wirklich. Gemeint sind felsenfeste Überzeugungen. Dürfte aber schwer werden, das umzubiegen, nachdem durch die entsprechende "offizielle" Übersetzung der "Glaubensatz" so zementiert ist in den Köpfen (auch in meinem).

Liebe Grüße


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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon Magret » 22. Jul 2010 19:25

Apis hat geschrieben:Es ist das alte Sprichwort: Glaube heißt nicht wissen.

eines unter vielen, dass mit wissender Sicherheit in die Tonne wandern darf :-))

lg Mag
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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon Apis » 28. Jul 2010 09:47

Ich habe neulich eine interessante Wortverbindung gelesen:
Es besteht demnach eine Art Steigerung

Glaubenssatz -> Überzeugung -> Wissen

Ist das - rein sprachlich betrachtet - so denkbar?

fragt
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Re: Glaubenssatz (GS) - Definition und Inhalt

Beitragvon morgane » 28. Jul 2010 09:59

Schon irgendwie. Wobei ich aber das *wissen* abgegrenzt haben wollte vom herkömmlichen wissensbegriff, der im wesentlichen mit dem verstandesmäßigen wissen gleichgesetzt wird. Wissen im größeren rahmen hat allerdings nicht unbedingt etwas mit intellektuellem wissenserwerb zu tun. Es gibt ein wissen, das völlig unmittelbar da ist, vom umfassenden selbst gegeben und unabhängig vom intellektuellen wissen ist. Erleuchtungszustände, inspiration, medialität, all diese vorgänge haben damit zu tun.

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